International Inner Wheel | District 88 CLUB NÜRNBERG – ST. LORENZ

IWC Clubmeeting im Mai 2020

Vortrag von Herrn Professor Hans Peter Haid

Unsere Präsidentin Andrea Fischer eröffnet unser Clubmeeting im Mai 2020 als Videokonferenz und freut sich über die große Teilnahme. Unter den insgesamt 29 Teilnehmern waren auch Freudinnen aus Liechtenstein, Österreich und Kalifornien dabei.

Nach den Regularien und einem Bericht über die Arbeit des Gemeindienstes freuten wir uns auf einen interessanten und spannenden Vortrag von Professor Hans Peter Haid. Als Architekt mit mehr als 45 Jahren Berufserfahrung im Planen von Bauten des Gesundheits- und Sozialwesens betrachtet er das Thema „Wohnen im Alter und in allen Lebenslagen“.

Vortrag „Alternative Wohnformen im Alter“

Neue Wohnmodelle und Versorgungsstrategien für Menschen im Alter sind in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit angekommen; viele experimentelle Modelle wurden bereits umgesetzt. Die neuen Ansätze tragen dem sozio-ökonomischen Wandel in unserer Gesellschaft Rechnung, wie beispielsweise die demographische Entwicklung, längere Lebenszeiten und dem Wunsch nach Autonomie im Alter.

Im Fokus stehen Vorsorgestrategien für die Pflege und Betreuung älterer Menschen, die ein (weitgehend) selbstbestimmtes Wohnen für möglichst lange Zeit gewährleisten können. Die neuen Wohn-Modelle basieren - vereinfacht betrachtet – auf zwei Grundprinzipien:

·       Gemeinschaftliches Wohnen – der Luxus liegt im Teilen

·       Singuläres Wohnen – der Luxus liegt in der Selbstbestimmung

Diese Grundprinzipien unterliegen bestimmten finanziellen und politischen Rahmenbedingungen nach Investitions- und Betriebskosten. Senioren, die in der eigenen Wohnung bleiben möchten, sind auf die Verfügbarkeit ambulanter Pflegedienste angewiesen. Der Einsatz innovative Technologien, wie Virtuelle Home Care –Telemonitoring Systeme, unterstützen ebenfalls selbstbestimmtes Wohnen im eigenen Umfeld. Barrierefreiheit im Zuhause und in Wohnungen sind Voraussetzungen eines altersgerecht gestalteten Wohnumfeldes.

Seniorenhausgemeinschaften, generationen­übergreifende Wohnprojekte oder Wohnanlagen mit integrierten Betreuungsdiensten bilden innovative Versorgungsformen für Gemeinschaften ab. Es entstehen neue Gemeinschaftseinrichtungen, die speziell auf die Bedürfnisse für erkrankte Senioren, wie zum Beispiel Menschen mit Demenz, ausgerichtet sind. Besonders betreute Wohngemeinschaften in entsprechend gestalteten Wohneinheiten sind für demenzkranke Menschen eine Alternative zum „Wohnen zu Hause“ mit 24 Std.-Betreuung.

Pflegeheime haben sich seit den 60er Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und werden heute nach dem Leitbild der Familie gestaltet. Es werden kleine familienähnliche Wohngruppen bzw. Hausgemeinschaften gebildet und ein gestuftes Versorgungssystem von ambulanter Betreuung bis Tages- und Nachtpflege angelagert. Sie werden als Heime der 5. Generation bezeichnet.

Ein grundlegendes Prinzip neuer Wohnformen besteht in dem eigenen, abgeschlossenen Wohnraum in Kombination mit gemeinschaftlich genutzten Räumen und Einrichtungen. Jeder kann sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen und teilhaben. Damit entwickelt sich ein Geben und Nehmen in einer Solidargemeinschaft. Gleichzeitig bestimmen die Bewohner selbst, wann sie Gesellschaft suchen oder lieber in ihren eigenen Wohneinheiten die Zeit verbringen. 

Die neuen Wohnformen für Senioren bieten einerseits Autonomie, Privatsphäre und selbstständige Lebensführung und andererseits aktives Gemeinschaftsleben, gegenseitige Unterstützung sowie alle notwendigen Betreuungsdienstleistungen.

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